Im FBZ Kurs „Digitale Kommunikation für Frauen“ werden die Teilnehmerinnen sieben Wochen lang unterstützt, digital fit zu werden, denn auch das Thema „Frauen im digitalisierten Business“ ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Aus diesem Grund hat Bianca Iuanas, als Absolventin der DKF bereits im März ein Interview mit Heidemarie Peter dazu geführt und es folgend zusammengefasst.

Hallo Heidemarie, stelle Dich bitte kurz vor!

Ich heiße Heidemarie PETER, bin 39 Jahre alt, studiere jetzt im 3. Bildungsweg „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ an der UNI Klagenfurt und muss nur noch meine Bachelor-Arbeit schreiben. Im 1. Bildungsweg habe ich eine Kochlehre abgeschlossen, aber nur aus der Motivation heraus, mein eigenes Geld zu verdienen, um damit unabhängig zu sein. Wunschberuf war es aber keiner und ich wusste, dass ich diesen nicht weiter ausüben möchte. Daher habe ich mich im 2. Bildungsweg zur Medienfachfrau in einem Printbetrieb ausbilden lassen. Das Unternehmen hat keine Webseiten gestaltet, sondern war auf die Produktion von Broschüren, Visitenkarten etc. fokussiert. Da mich dieser Bereich interessiert hat, habe ich mich für den 3. Bildungsweg entschieden. Zuerst habe ich die Studienberechtigungsprüfung für den „Kulturwissenschaftlichen Bereich“ absolviert und danach auf der Alpen Adria Universität inskribiert.

Was hat Dich bewegt das Studium zu besuchen?

In der Lehre zur „Medienfachfrau“ wurde in mir bereits das Interesse für die Kommunikation geweckt. Da der Printbereich im Abstieg begriffen ist und keine Zukunft bietet, bzw. bietet er nur Möglichkeiten im gestalterischen Bereich. Ich wollte aber mehr über den Hintergrund erfahren, in die Tiefe gehen und mich mit dem Thema Kommunikation befassen. Auch um zu sehen welche digitalen Medien sich anbieten, um mich auf eine Arbeit in diesem Bereich vorzubereiten. Zurzeit interessiert mich vor allem das wissenschaftliche Arbeiten. Daher habe bis vor der Geburt meines zweiten Kindes auf der UNI bei einem Projekt mitgearbeitet.

Welche Ziele hast Du nach dem Studium?

Wenn möglich, würde ich gerne an der UNI im Bereich Forschung und Entwicklung weiterarbeiten. Sollte mir diese Option nicht zur Verfügung stehen, wäre für mich auch ein Job im journalistischen Bereich denkbar, zumal viele Printmedien, wie z. B. der KURIER, der Standard etc. auch im Internet auftreten.

Welche Erfolgsfaktoren gibt es aus Deiner Sicht für erfolgreiche Frauen im digitalisierten Business?

Mein Studienzweig wird zu ca. zwei Drittel von Frauen absolviert, was sich im Vergleich zur Vergangenheit wesentlich geändert hat. Denn früher war der Bereich sehr männlich dominiert. Wesentliche Erfolgsfaktoren in der digitalen (Technik-) Branche sind z. B. Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit, da Besprechungen in den verschiedenen Abteilungen, bzw. mit Personen aus den unterschiedlichen Bereichen erfolgen. Frauen müssen viel härter arbeiten als Männer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Männer weniger einbringen, bzw. sich auch viel weniger Mühe in der Vorbereitung, z. B. für die Ausarbeitung von Fragen oder Präsentationen geben, als dies Frauen tun. Frauen bereiten sich auf Themen, über die sie referieren sollen, viel besser vor, als Männer dies tun.

Warum sind Frauen im digitalisierten Business noch immer weniger vertreten als Männer?

Frauen sind bei der Anwendung von digitalen Tools mittlerweile viel präsenter. Aber im Bereich der Entwicklung dieser sind immer noch viel mehr Männer tätig. Zwar wird bei Projektarbeiten versucht, immer mehr Frauen in die Entwicklung einzubinden, aber das ist nicht so einfach. Oftmals liegt es daran, dass sich die Arbeit an Projekten nur schwer mit der Familie vereinbaren lässt oder die, für die Entwicklung erforderlichen Kurse, oftmals viel zu teuer sind. Teilweise mangelt es bei Frauen an Selbstvertrauen, vor allem wenn sie als einzige Frau einem Team beitreten, haben viele das Gefühl, dass das Augenmerk nur auf sie gerichtet ist, ob ihnen als Frauen auch „ja keine Fehler“ unterlaufen. Das hat unter Umständen auch mit veralteten Rollenbildern zu tun.

Welche Tipps kannst Du Frauen hinsichtlich der digitalen Kommunikation geben?

In der digitalen Kommunikation ist es sehr wichtig, sich ständig zu informieren und sich weiterzubilden und nicht bei einst gelernten und veralteten Tools zu verharren, denn die digitale Welt ist ständig im Wandel. Was heute neu und aktuell ist, kann bereits morgen schon wieder obsolet sein. Auch die Videotelefonie ändert sich stets. Gefahren bergen die sozialen Medien: So werden Frauen im Vergleich zu Männern viel öfter angefeindet. Hier kann ich nur den Rat geben, immer seriös aufzutreten, sachlich zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen.

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